Archiv für Januar 2008

El Chaltén

Vier Tage Trekking rund um den Cerro Torre und den Monte Fitz Roy! Damit ging fuer mich eigentlich ein Traum in Erfuellung, so bewunderte ich die spitzigen Felszacken dieser beiden Berge schon als kleines Kind in den Salewa Zeitschriften. Auch das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite, vom dem schlechten, patagonischen Wetter blieben wir bisher verschont. Wer nicht weiss, was er von der Gegend rund um das Bergdoerfchen El Chaltén, das derzeit einen unglaublichen Tourismusboom erlebt, dennoch einen deutlichen Mangel an Klopapier aufweist, erwarten kann, stelle sich einfach eine Mischung aus den Drei Zinnen und den Bergen rund um Chamonix vor – das bayrische Isarflimmern stehts im Hinterkopf behaltend. Ich waere naiv, zu versuchen, die Schoenheit dieser Landschaft in Worte zu fassen – das gelingt hoechstens einem Hesse, aber da bin ich mir auch nicht so sicher. Deshalb verweise ich auf die von mir geschossenen Bilder, wobei ich mich fuer einen Bruchteil entscheiden muss, was mir ausgesprochen schwer faellt.

Am ersten, zweiten und vierten Tag legten wir jeweils um die 20 Kilometer zurueck. Am dritten Tag goennte sich der Maggi eine Verschnaufspause, waehrend ich 1500 Meter hoeher einen unbeschreiblich Blick genoss. Die meisten der zahlreichen Gletscher lagen mir im wahrsten Sinne des Wortes zu Fuessen!

Am 11.3. spielt der gute, alte Bob Dylan in Santiago, was ich mir natuerlich nicht entgehen lassen will. Bis dahin habe ich aber noch vier laengere Trekkingtouren geplant, die alle zwischen vier und zehn Tagen dauern werden: auf Feuerland, im Nationalpark Torres del Peine, in der Naehe von Bariloche und in der Naehe von Pucón.

Perito Moreno

Perito Moreno ist sicherlich das groesste Kaff auf Erden! Wir haben dort nur einen Tag verbracht, um nicht von Esquel nach El Chaltén in einem Rutsch auf der Ruta 40, einer ungeteerten Strasse durch die unglaublichen Weiten der argentinisch-patagonischen Pampa, durchfahren zu muessen, was etwa 25 Stunden gedauert haette. Dort war ich in dem schlechtesten, dafuer teuersten Internetcafé meiner bisherigen Reise!

Esquel

Unseren ersten Tag in Esquel haben wir fast ausschliesslich im Bett verbracht, da wir noch unser „Souvenir“ aus Puerto Madryn auskurieren mussten. Am zweiten Tag konnte ich jedoch nicht mehr stillhalten, weshalb ich meine ersten Schritte – ohne dem Maggi, der war noch zu sehr angeschlagen von seinem Sonnenbrand – in den zentral-patagonischen Anden wagte. Wunderschoen! Am dritten Tag wollten wir eigentlich in den Parque Nacional Los Alerces, doch an uns sind drei „volle“ – ich haette mich auch auf das Dach gehockt – Busse vorbeigefahren, worueber wir nicht gerade erfreut waren! Aus diesem Grund ging es noch an dem selben Tag ueber Perito Moreno nach El Chaltén.

Puerto Madryn

Dumm und Duemmer mussten den Tag gezwungenermassen am Strand – ohne Sonnenschutz, das Ergebnis kann man sich ja vorstellen – verbringen, da sie nicht auf die Halbinsel Valdés gekommen sind. Oeffentliche Verkehrsmittel fahren so gut wie nie dorthin, eine organisierte Tour war ihnen zu teuer – es gibt noch genuegend Moeglichkeiten im Laufe der Reise, Geld auszugeben - und um ein eigenes Auto mieten zu duerfen, dafuer sind sie noch zu jung. Somit sahen sie weder Pinguine noch Whale. Zum Trost sehen jetzt beide aus wie Hummer. Aus Fehlern lernt man – oder auch nicht. Dummheit muss bestraft werden!

Heute um 21.30 Uhr faehrt unser Bus nach Esquel, von wo aus wir ein paar Tage lang durch den Parque Nacional Los Alerces wandern werden. Endlich geht es in die Wildnis!

Buenos Aires 3

Gestern haben wir unser Busticket nach Puerto Madryn gekauft, um von dort aus auf die Halbinsel Valdés zu gelangen, wo wir wahrscheinlich einen Haufen Pinguine und Whale zu Gesicht bekommen werden. Puerto Madryn liegt ziemlich genau zwischen Buenos Aires und dem suedlichsten Punkt des Kontinents und bereits in Patagonien. Die Busfahrt dauert etwa 19 Stunden! Danach wird es wahrscheinlich Richtung Anden gehen nach Bariloche und von dort aus die Anden entlang ganz in den kalten Sueden. Von Puerto Natales aus werden wir mit dem Schiff vier Tage lang durch die Fjorde Chiles wieder in den Norden nach Puerto Montt schippern. Genug zu unserer ersten gemeinsamen Etappe, dem Abenteuer Patagonien! Ich freue mich!

Wir waren gestern abend auch noch in einer Kneipe, die 100 verschiedene Biersorten anbietet. Darunter auch etliche deutsche Bier – allerdings kein Tegernseer und nicht einmal ein Holzkirchner! Ich habe ein Bier mit 12 % und eines mit Honiggeschmack probiert, der Maggi wollte ein Erdinger Weissbier, bekam dann ein Alkoholfreies, bestellte daraufhin natuerlich ein Anderes, naemlich ein Franziskaner Weissbier, welches er in einem schaetzungsweise 0,2 Liter Glas trinken durfte.

Ach ja, heute darf ich meine Kamera noch einmal zum Reinigen bringen. Der eine Punkt ist jetzt zwar nicht mehr zu sehen, dafuer drei Andere. Der soll mir die Kamera ordentlich reinigen, doch mein Geld wird meinen Geldbeutel sicherlich kein weiteres Mal verlassen! Ich will in Patagonien schliesslich perfekte Bilder machen!

Buenos Aires 2

Gestern haben wir einen Gewaltmarsch durch verschiedene Stadtteile gemacht und im Grossen und Ganzen die wichtigsten „Touristenattraktionen“ gesehen. Beispielsweise waren wir in La Boca, einem der aermeren Vierteln in der Naehe des Zentrums, wo es eine Strasse namens Caminito mit ganz vielen bunt angemalten Haeusern gibt und wo Tango getanzt wird. Man kann sich wohl vorstellen, wie touristisch ueberlaufen diese Strasse ist – ein Café nach dem anderen, Tangotaenzer lassen sich fuer Geld fotografieren, … Andere Sehenswuerdigkeiten waren unter anderen der Puerto Madero und die Gegend um den Plaza de Mayo.

Der gestrige „Vorfall“ mit dem Fruehstueck war unser Fehler. Die Uhr vom Maggi ging eine Stunde nach. Dennoch wird das Fruehstueck um Punkt 10.00 Uhr abgeraeumt. Da sind sie dann auf einmal puenktlich, die unpuenktlichen Suedamerikaner!

Desweiteren haben wir schon viele sehr nette Leute im Hostel kennengelernt: unzaehlige Brasilianer, einen Schweizer aus Davos, der daheim als Landwirt und Zimmerer arbeitet, sich aber auf Wein spezialisieren moechte, weshalb er zwei Monate in Chile in der Naehe von Concepción auf einem Weingut arbeiten wird, und zwei Kanadier. Es ist ein Kommen und Gehen. Eine der Dinge, die mir so gut am Reisen gefaellt, ist, dass man Leute aus der ganzen Welt kennenlernt, eMail-Adressen austauscht und – auch wenn man viele von ihnen wahrscheinlich nie wieder sehen wird - somit Kontakte, die den ganzen Erdball umspannen, knuepfen kann. Es ist nie schlecht, Kontake zu haben! 

Mit zwei Brasilianern aus Rio de Janeiro und dem Schweizer waren wir gestern abend unterwegs. Maggi und ich sind dann schliesslich mit anderen Leuten aus einem anderen Hostel in einen der angesagten Clubs namens Crobar gefahren, um das Nachtleben von Buenos Aires mitzuerleben. Fazit: es gibt keinen grossen Unterschied zu beispielsweise Muenchen – gleiche Musik, gleiche Leute, unverschaemt hohe Preise (kleine Flasche Corona fuer 15 Pesos, also 5 Dollar). In diesem Club habe ich zufaellig eine Deutsche wiedergetroffen, die ich in Florianópolis kennengelernt habe. So viel zum Thema „Zufall“ – wobei der Grossraum Buenos Aires hat ja nur 13 Millionen Einwohner!

Die anschliessende Taxifahrt war hingegen sehr gross! Unser Taxifahrer war ein gebuertiger Italiener, der bisschen deutsch sprechen konnte und in seiner Kindheit sichtlich viel Apfelstrudel gegessen hat. Im Radio lief unter anderem „Sultans Of Swing“ von Dire Straits in voller Lautstaerke, woraufhin ich mit „ESO me gusta“, „DAS gefaellt mir (und nicht der Scheiss, der in den Clubs immer laeuft, wobei ich zugeben muss, dass es sich auf elektronische Musik einfach am besten tanzen laesst)“,  antwortete.

Buenos Aires 1

Inzwischen habe ich schon meine zweite Nacht in Buenos Aires verbracht. Die paar Mark, die ich mehr zahlen musste fuer die Fahrt mit der Faehre dorthin, haben sich wirklich gelohnt – Sonnenuntergang vor der Skyline von Buenos Aires. Gestern ist der Maggi gut und sicher angekommen, somit wird von jetzt an oefters von „wir“ die Rede sein. Wem mein Blog nicht genuegt, der kann auch gerne das Reisetagebuch vom Maggi lesen. Seinen Blog findet ihr unter alk3.wordpress.com.

Von der Stadt habe ich bisher noch nicht so viel gesehen. Was die Finanzen und das Hostel betrifft bin ich momentan sehr angepisst. Ich musste meine Kamera reinigen lassen, weil auf jedem Foto ein winziger, schwarzer Punkt zu sehen war, der mich aber tierisch nervte. Dieser kleine Punkt kostete mich schlappe 240 argentinische Pesos, dafuer haette ich mir eine geniale Miniklassikgitarre mit Tasche kaufen koennen, die ich in einem der unzaehligen Musikgeschaefte angespielt habe. Die Leute vom Hostel verplanen auch alles und das Bezahlen unserer Rechnung erweist sich als schwieriger als das Bestehen des Abiturs. Noch dazu gab es heute kein Fruehstueck. Auf meine Frage hin, ob es heute kein Fruehstueck gab, meinte eine Mitarbeiterin, es gab Fruehstueck von 8.00 bis 10.00 Uhr. Wir waren allerdings um 9.15 Uhr in dem dafuer vorgesehenen Raum und von einem Fruehstueck war weit und breit keine Sicht. Und fuer so ein an sich nicht schlechtes, doch hoechst unpersoenliches Hostel zahlen wir 36 Pesos. In Salta hat es sich fuer 20 Pesos die Nacht mindestens genauso gut schlafen lassen.

Fuer heute habe ich genug Negatives berichtet. Eines weiss ich jetzt schon: Buenos Aires wird teuer!

Montevideo

Nun sitze ich in meinem Hostel in Montevideo, der Hauptstadt von Uruguay, meinem inzwischen fuenften Reiseland. Heute habe ich mir schon ein wenig die Altstadt und das Zentrum angeschaut – man kann es hier sicherlich besser aushalten als in Porto Alegre -, morgen werde ich an den Strand gehen, um nochmal in den Atlantik zu huepfen. Viel Besonderes hat die Stadt allerdings – fuer mich zumindest – auch nicht zu bieten, weshalb es morgen abend fuer mich nach Buenos Aires gehen wird. Ich bin gespannt, ob Buenos Aires halten kann, was es verspricht – aber ich denke schon. Uebermorgen treffe ich bereits den Maggi.

Porto Alegre

An meinen letzten Tagen in Brasilien war ich ueberall und nirgendwo. Geplant war eigentlich, ein paar Tage im Parque Nacional de Aparados da Serra und im Parque Nacional Serra Geral zu verbringen, in denen sich riesige Schluchten befinden. Dort wollte ich wandern, Gumpen springen und einfach weit weg vom Menschen sein. Leider wurde nichts daraus, denn dort erst einmal hinzukommen erwies sich wie so oft bei eher unbekannteren Nationalparks als logistisches Problem. Ich bin kreuz und quer durch die Serra Gaúcho – eine huegelige Landschaft, die ein wenig an die bayrischen Voralpen erinnert – gekurvt, mein Versuch von São Francisco de Paula ins ueber 60 km entfernt gelegene Cambará do Sul zu trampen scheiterte klaeglich und irgendwann hatte ich einfach keine Lust mehr. Mein einziger Trost: die Gegend war landschaftlich wirklich sehr schoen. Aus diesem Grund ging es schon zwei Tage frueher nach Porto Alegre.

Mein zu sehr von Wohlstand gepraegtes Bild Brasiliens wurde von Porto Alegre wieder zu Recht gerueckt und ich wurde definitiv eines Besseren belehrt. Kam ich mir in Canela, eine deutsch angehauchte Kleinstadt in der Serra Gaúcho, die wahrscheinlich genauso viel Lebensqualitaet zu bieten hat wie beispielsweise Rottach-Egern, selber noch als Penner vor mit meinem Rucksack, der all mein derzeitiges Hab und Gut beherbert, so hat sich das Blatt in Porto Alegre wieder sichtlich geaendert. Noch nie zuvor in meinem Leben habe ich so viele Obdachlose auf den Strassen herumflacken sehen wie in Porto Alegre, noch nie zuvor in meinem Leben habe ich so viele Muellmaenner arbeiten sehen. Mit Muellmaenner meine ich nicht Muellmaenner im ueblichen Sinn, sondern Maenner, darunter auch viele Jungen, die Muell von den Strassen einsammeln und Muellsaecke durchwuehlen, um sich mit dem Verkauf von Aluminium, Kartonagen und dergleichen ein paar Reais zu verdienen, um wenigstens ueberleben zu koennen. Wer jetzt denkt, in Porto Alegre findet man deshalb keinen Muell mehr auf der Strasse, der taeuscht sich gewaltig. Ich finde es allerdings beachtenswert, dass diese Menschen trotz den harten Umstaenden einer „anstaendigen“ Beschaeftigung nachgehen und nicht soweit sinken, in die Illegalitaet abzudriften. Ich koennte es ehrlich gesagt verstehen, wenn sie es tun wuerden.

Auf der Suche nach einer billigen Unterkunft bin ich einem Mann oder besser gesagt einem einzigen Stueck Elend, dessen verkruepelte Gliedmassen in saemtliche Himmelsrichtungen zeigten, nur nicht dahin, wohin sie eigentlich zeigen sollten, ueber den Weg gelaufen – auf einer Betonbruecke bei ueber 35 Grad im Schatten, waehrend unter uns PKWs, LKWs und Busse auf der 3-spurigen Autobahn durchdonnerten. Mit einem Fuss hielt er einen wintzig kleinen Sonnenschrim, um sich vor der stechenden Sonne zu schuetzen. Natuerlich habe ich ihm ein paar Reais gegeben, allerdings weiss ich nicht, wie er von der Bruecke herunterkommen soll, um sich von dem Geld etwas zu kaufen. Das wird mir wohl ein Raetsel bleiben. Der allererste Schritt, meiner Meinung nach, eine bessere, gerechtere Welt zu schaffen, ist, sich ueberhaupt erst einmal zu trauen, dem Elend, der Realitaet, ins Gesicht zu blicken und nicht wegzuschauen, die Probleme an sich heranzulassen. Das mag am Anfang vielleicht noch sehr schwer fallen – immer bringe ich dazu auch nicht den erforderlichen Mut auf -, dennoch besteht zwischen „das Elend an sich heranzulassen“ und „das Elend auf sich nehmen zu muessen“ immer noch ein Unterschied zwischen Tag und Nacht! Das vollkommene Paradies auf Erden, wo es wirklich jedem Menschen gut geht, wird es sicherlich nie geben, damit habe ich mich schon seit laengerer Zeit abgefunden und das wird auch kein Mensch aendern koennen – kein Che Guevara, kein Dalai Lama, kein Mahatma Gandhi, kein Martin Luther King, kein Adolf Hitler, kein Mao Zedong, kein Georg W. Bush, keine Angela Merkel, kein Jesus Christus… Auch ich nicht. Und du auch nicht. Davon kann man hoechstens in der Wildnis von Alaska traeumen. Du wirst die Welt nicht grossartig aendern koennen – sie ist so, wie sie ist -, was du aber machen kannst, ist, wenigstens einen klitzekleinen Teil dazu beizutragen, die Welt ein wenig positiver zu gestalten oder zumindest, einer positiven Entwicklung nicht im Wege zu stehen. Ein Mensch kann nicht alles machen, aber ETWAS! Was ich fuer mich Positives mitnehmen kann beim Anblick solch armer Menschen, ist, dass ich mir staendig aufs Neue bewusst werde, wie gut es mir doch eigentlich geht, welch privilegiertes Leben ich fuehren darf, dass wir wie Gott in Frankreich leben. Und dieses privilegierte Leben moechte ich nutzen, um daraus etwas zu machen und es nicht zu verschwenden. Ich moechte mein Leben ganz bewusst leben, aber auch etwas von meinem Kuchen abgeben.

Ich war schockiert, mitansehen zu muessen, welch grosser Unterschied doch zwischen Arm und Reich herrscht – und das nach nur gut zwei Stunden Busfahrt. Vom Himmel direkt in die Hoelle. Doch das ist nicht nur in Brasilien der Fall, das ist leider auf der ganzen Welt so. Das ist die traurige Realitaet! Dementsprechend ist es mir nicht sehr schwer gefallen, Servus zu Porto Alegre zu sagen. Dennoch hatte ich eine tolle Zeit in dem Land, in dem scheinbar das meistgefahrene Auto immer noch der alte VW T2 Bus ist – in weiss versteht sich.

Florianópolis 2

Die Tage vergehen, Silvester gehoert nun schon wieder laengst der Vergangenheit an. An dem Abend aller Abende habe ich zusammen mit einem 26-jaehrigen Medizinstudenten aus Dresden namens Ludwig, der zur Zeit in São Paulo in einem Krankenhaus arbeitet, ein paar Brasilianer und Brasilianerinnen an einem Strand im Norden der Insel getroffen. Der Strand war ueberfuellt mit tanzenden, das neue Jahr lauthals begruessenden Menschen. Von Boellern konnte eigentlich nicht mehr die Rede sein, eher von Rohrbomben. So tanzten wir bis in die fruehen Morgenstunden zu feinster elektronischer Musik am Strand, spielten hin und wieder Gitarre – ich konnte meinem Nebenberuf als bayrischer Kulturbotschafter nachgehen – und schluerften Caipirinhas. Abgesehen von einer Frau mit Baby auf ihrem Arm, die von einem Mann belaestigt wurde und diesen daraufhin mit einer zerbrochenen Bierflasche abstechen wollte, und einem jungen Mann, der wahrscheinlich etwas geklaut hat, woraufhin er mit Vollgas durch die Menschenmassen gesprintet ist, dicht gefolgt von etwa 20 anderen, ihn verfolgenden Brasilianern – ich denke, man kann ruhig sagen, er lief um sein Leben – verlief die Nacht friedlich. Fuer mich wahrscheinlich mein bisher bestes Silvester. Genau so habe ich es mir vorgestellt.

Die heutige Nacht wird meine Letzte in Florianópolis, danach geht es Richtung Porto Alegre. Die Sehnsucht nach den Anden, nach dem grossen Abenteuer wird immer groesser. Brasilien ist mir halt doch zu flach. Die Berge fehlen mir. Mich juckt es schon wieder in den Fingern, weshalb ich mich darauf freue, morgen endlich weiterziehen zu koennen. Nichtsdestotrotz habe ich sehr, sehr nette Menschen hier im Hostel kennengelernt.


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